Ortenburger Festjahr 2013

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Vor 450 Jahren –  Reformation in Ortenburg

KircheAm 17. Oktober 1563 war in Ortenburg erster öffentlicher evangelischer Gemeindegottesdienst in der heutigen Marktkirche, die damals noch Frauenkirche hieß. Das ist 450 Jahre her, also ein Jubiläum!

Die kleine Reichsgrafschaft, umgeben vom Territorium der katholischen Wittelsbacher, wurde zur evangelischen Insel. Als selbstbewusste Enklave war Ortenburg lange Zeit Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge (Exulanten), vor allem aus Oberösterreich.

Auch später haben bayerische Protestanten um die Besonderheit dieser „Glaubensinsel” gewusst und in Ortenburg eine „bayerische Konfirmandenanstalt” für evangelische Kinder aus der Diaspora gegründet, die heute Teil der Evangelischen Realschule ist.

Ein ganzes Festjahr mit hochkarätigen Veranstaltungen soll an diese Geschichte erinnern und zugleich auf die protestantische Gegenwart aufmerksam machen. Die Evang.-Luth. Kirchengemeinde und die Marktgemeinde Ortenburg freuen sich auf viele Besucher!

Ortenburg wird überregional wahrgenommen. Mittlerweile ist der Marktflecken sogar Mitglied im Tourismus- verbund Stätten der Reformation e.V. zusammen mit bekannten Lutherstätten wie Augsburg, Coburg, Nürnberg oder Wittenberg. Darauf dürfen die Bewohner der Marktgemeinde ruhig ein bisschen stolz sein.

Der Landkreis Passau hat das Jubiläum für 2013 zum kulturellen Schwerpunktthema erhoben und die Evangelisch Lutherische Landeskirche Bayern hat Ortenburg im Jahre 2013 zu einem Schwerpunktort im Rahmen der Lutherdekade erklärt.

Luther DekadeLutherdekade heißt, dass 2017 bundesweit der 500ste Jahrestag des Thesenanschlages begangen wird. In den zehn Themenjahren vorher wird bundesweit durchbuchstabiert, was Reformation damals wie heute bedeutet. Im Themenjahr 2013 ist das Thema „Reformation und Toleranz”. Daraus lassen sich gleichermaßen Ermutigung und Ansporn auch für die Ortenburger ableiten, die heute in ökumenischer Verbundenheit leben und arbeiten. Die bayerische Landeskirche schreibt auf ihrer Webseite:

„Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt die Lutherdekade zum Anlass, das Auseinanderbrechen der Kirche und ihre Geschichte in ihrer regionalen Vielfalt wahrzunehmen. Dazu suchen wir das Gespräch mit den ökumenischen Partnern.” Im renovierten Kantorhaus, das sich an den Kindergarten anschließt, entsteht eine Ausstellung mit dem Thema: „Evangelisch – Mitten in Bayern. 450 Jahre Reformation in Ortenburg”.

Unter dieser Überschrift wird es auch einen etwa 4 km langen Ortenburger Reformationsweg geben, der an 12 Stationen mit heute noch vorhandenen geschichtlichen Hinweisen die Reformationsgeschichte Ortenburgs erläutert.

PlakatEröffnet werden Ausstellung und Themenweg am 28. April mit einem großen Eröffnungsfest mit europäischen Gästen. Chöre aus Österreich, Tschechien und Bayern werden den Festgottesdienst zusammen mit Gastprediger Superintendent Dr. Lehner aus Linz gestalten. Anschließend wird die Ausstellung von Regionalbischof Dr. Weiss und Landrat Meyer eröffnet. Danach gibt es Attraktionen bei den Stationen auf dem Ortenburger Reformationsweg.

Viele auswärtige Gäste werden auch zum Regionalen Kirchentag des Dekanates Passau am 16. Juni unter dem Motto „freiheit leben!” erwartet. Das Zentrum der Veranstaltung wird auf dem Festplatz unterhalb des Ortenburger Schlosses sein (bekannt als Austragungsort der Ritterspiele).

Herausragendes Ereignis mit gleichfalls ĂĽberregionaler Wirkung wird der Reformationsgottesdienst am 17. Oktober sein, bei dem Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Predigt halten wird.

Auch auf einen Auftritt des weltberĂĽhmten Windsbacher Knabenchors (20.10.) darf man sich freuen. Zu den Veranstaltungen gibt es weitere Details unter: Veranstaltungen.

Wer sich genauer über die hoch interessante Geschichte Ortenburgs informieren möchte, dem empfehlen wir einen Besuch folgender Seiten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgrafschaft_Ortenburg oder www.ortenburg-evangelisch.de UnterstĂĽtzt werden Ausstellung und Themenweg von der Leader-Aktionsgruppe Donau-Vils-Wolfach.

Sie hebt die Prägung des Ortes mit den typischen Holzbauten und das Landschaftsbild mit der intensiven Obstkultur hervor, beides deutliche Spuren vertriebener und in Ortenburg gelandeter Glaubensflüchtlinge.

Ein weiterer Förderer ist der Staatsminister für Kultur und Medien, der besonders die temporäre Ausstellung zur Ökumene im Evangelischen Gemeindehaus im Zusammenhang der Lutherdekade unterstützt. Dieser Teil der Jubiläumsausstellung wird präsentiert im Stil eines Gartencafés zusammen mit einer Sonderausstellung des Evangelischen Bildungswerks Passau zu bedeutenden Frauen im Dekanat Passau. Präsentiert werden bisher noch unbekannte interessante Details zur Entwicklung evangelischen Lebens mitten in Niederbayern. Das Motto der Sonderausstellung „Evangelische Frauen – nicht aus Pappe” ist gleichzeitig Hinweis auf das neuartige Design der Sonderausstellung.